Ein Decal ist ein dünner bedruckter Film, der sich nach dem Wässern vom Trägerpapier auf das Modell schieben lässt. Am Schiff hat diese Technik eine Besonderheit: Neben Kennungen und Beschriftungen geht es hier vor allem um die Wasserlinie, also den langen geraden Streifen zwischen Unterwasserschiff und Freibord. Einen Streifen aufzulegen ist schneller und berechenbarer als Abkleben und Spritzen – gerade in kleinen Maßstäben, wo eine zittrige Kante sofort ins Auge fällt. Dreidimensionale Decals gehen noch einen Schritt weiter: Rettungsringe mit erhabenem Relief ersetzen das Bemalen eines winzigen Einzelteils.
Je kleiner das Modell, desto schmaler der Streifen. Für Schiffsmodelle in 1:700 sind 0,3 bis 0,5 mm richtig, in Schiffsmodelle in 1:350 wirken 0,7 bis 1,0 mm natürlich. Die Streifen sind an keinen Bausatz gebunden, die Länge von 2820 mm deckt also mehrere Projekte ab. Wer zwei Breiten vorrätig hat, kommt auch bei einer zweifarbig abgesetzten Wasserlinie ohne Nacharbeit aus.
Die Rettungsringe sind für den Maßstab 1:144, 1:200 und 1:350 ausgelegt. Die Reliefschicht trägt eine feine Schattierung, der Ring wirkt danach wie ein separat gegossenes und bemaltes Teil. Für 1:200 liegen zusätzlich Bögen mit je 96 Ringen in fünf Ausführungen bereit – genug, um ein ganzes Schiff zu bestücken und für das nächste Projekt Reserve zu haben.
Schiffsgebundene Bögen, etwa die Beschriftung eines Seenotrettungsbootes in 1:72, gelten für genau dieses Vorbild. Prüfen Sie beim zivilen Rettungsboot wie beim Kriegsschiff, welches Erscheinungsbild zum dargestellten Jahr passt: Anstrich und Kennungen haben sich bei den meisten Schiffen mehrfach geändert.
Decals lagern Sie trocken und dunkel; einen älteren Bogen macht eine dünne Schicht Glanzlack wieder verarbeitbar. Den Bausatz dazu finden Sie unter den Schiffs-Modellbausätzen vom Beiboot bis zum Großkampfschiff.