Flüssige Pigmente sind Pigmente, deren Bindemittel schon in einer Flüssigkeit angerührt ist. Sie tragen sie wie eine dünne Farbe auf, nach dem Trocknen bleibt aber eine matte, staubige Oberfläche ohne glänzenden Film zurück, und eine nachträgliche Fixierung ist nicht nötig. Für viele Modellbauer ist das der einfachste Weg zu einem verstaubten Erscheinungsbild, weil der riskanteste Schritt des ganzen Ablaufs entfällt.
Das Angebot umfasst wasserverdünnbare Varianten ebenso wie Flüssigpigmente auf Enamel-Basis und abgestimmte Zusammenstellungen für Erd-, Grau- und Grüntöne. Unten steht, wie sie sich von Pulver und von einem Wash unterscheiden.
Pulverpigment gibt den feinsten Staub, verlangt aber eine vorsichtige Fixierung: Ein falsch gesetzter Tropfen und die Schicht ist weggewaschen. Flüssige Pigmente umgehen diesen Schritt, weil das Bindemittel bereits enthalten ist und die Schicht nach dem Trocknen von selbst hält. Dafür ist die Oberfläche etwas weniger samtig, auf den meisten Modellen ist der Unterschied allerdings kaum wahrnehmbar.
Der zweite Unterschied liegt in der Anwendung. Flüssige Pigmente verhalten sich wie ein sehr dünner Wash: Sie laufen, suchen die Rillen, ziehen unter Details. Sie lassen sich also doppelt nutzen, als Wash, der zusätzlich eine staubige Oberfläche hinterlässt, und als flächige Staubschicht.
Das Pigment setzt sich in der Flüssigkeit ab, das Fläschchen muss daher kräftig geschüttelt werden, sonst tragen Sie reines Bindemittel ohne Farbe auf. Vor der Arbeit lohnt es sich, den Inhalt zusätzlich aufzurühren, damit sich das Pulver vom Boden löst. Prüfen Sie die Basis: wasserverdünnbare und Enamel-Varianten brauchen unterschiedliche Verdünner.
Auf versiegeltem, mattem Lack punktuell mit dem Pinsel aufsetzen und auslaufen lassen. Auf waagerechten Flächen arbeiten Sie eher punktweise und lassen die Schicht in unregelmäßigen Feldern antrocknen; an senkrechten Flächen führen Sie die Striche nach unten, damit die Spur wie abgeschwemmter Staub wirkt. Überschuss nehmen Sie, solange er feucht ist, mit einem sauberen angefeuchteten Pinsel ab.
Das Ergebnis entsteht aus dünnen Schichten, nicht aus einer dicken. Lassen Sie zwischen den Lagen durchtrocknen, sonst waschen Sie die vorige wieder an. Auf eine getrocknete Schicht lässt sich problemlos Pulverpigment setzen, das dann Halt findet, ebenso eine Tönung mit Öl.
Wenn Sie den klassischen trockenen Weg bevorzugen, finden Sie den gesamten Ablauf unter Weathering.