Weathering, also die Alterung, macht aus einem sauber lackierten Modell eine Maschine mit Vorgeschichte. Staub in den Spalten, abgedunkelte Blechstöße, abgeriebener Lack an der Einstiegskante, getrockneter Schlamm am Fahrwerk: Jeder dieser Effekte ist für sich genommen ein einfacher Arbeitsschritt, entscheidend ist ihre Reihenfolge.
In diesem Bereich finden Sie Washes, Filter, Pigmente, Ölfarben mit Applikatorpinsel, Texturpasten, Chipping-Flüssigkeiten, Trockenpinsel-Farben, Patinierungsmittel und abgestimmte Sets. Unten steht, welche Schicht wann kommt, womit Sie sinnvoll anfangen und wie Sie vermeiden, dass die Schichten einander auflösen.
Echte Technik hat nach einigen Monaten Betrieb eine andere Farbe als beim Verlassen der Lackierhalle. Die Sonne bleicht den Ton aus, Staub hält sich in genieteten Stößen, Schmierstoff läuft an der Motorwand herab, am Rand einer Luke reibt der Lack bis aufs Metall durch. Jeder dieser Vorgänge hat eine eigene Physik und braucht deshalb ein eigenes Material.
Entscheidend ist die Reihenfolge der Schichten. Zuerst wird die Farbe mit Lack versiegelt, damit späteres Verdünnen sie nicht anlöst. Dann folgen durchscheinende Schichten, die den Gesamtton verschieben (Filter), anschließend das örtliche Abdunkeln der Vertiefungen (Washes), danach Laufspuren und Schlieren (Ölfarben), zuletzt trockener Staub und Schlamm (Pigmente und Pasten). Abgeriebener Lack entsteht dagegen schon während des Lackierens. Wer diese Ordnung umstellt, löst sich meist die eigene Vorarbeit auf.
Wirkt das Modell zu neu und die Farbe plakativ, hilft eine stark verdünnte, durchscheinende Schicht, die den Ton verschiebt und die Flächen zusammenbindet. Dafür sind Filter gemacht.
Blechstöße, Nieten, Gitter und jede eingravierte Zeichnung werden mit einem Wash abgedunkelt, einer dünnen Farbe, die durch Kapillarwirkung selbst in die Rille läuft. Erhabene Kanten werden umgekehrt mit dem Trockenpinsel aufgehellt.
Ölfarben mit feinem Applikator erzeugen senkrechte Laufspuren und fettige Schlieren; sie trocknen langsam und lassen sich lange nachbearbeiten. Für echtes Volumen von Schmutz, etwa Schlamm an den Ketten oder angetrocknete Erde im Radkasten, kommen Texturpasten zum Einsatz. Trockenen Staub übernehmen Pigmente, die am Ende fixiert werden.
Wer zum ersten Mal altert, beginnt am besten mit einem Wash und einem Trockenpinselgang: Beide Schritte sind schnell erlernt, verzeihen Korrekturen und zeigen sofort, wie viel Plastizität in einem Modell steckt.