Ausstattung einer Unterkunft im Maßstab 1:35: gegossene Teile ergänzt durch eine Ätzplatine, bestimmt für Innenszenen mit Figuren.
Verantwortlichkeitsangaben sind nicht verfügbar.
Die Bretterausstattung von Unterkünften, Wachstuben und Kasernenfluren änderte sich von der Jahrhundertwende bis in die fünfziger Jahre nur langsam. Grobe Tischlerarbeit, gusseiserne Haken und einfache Beschläge hielten Jahrzehnte im Betrieb, dasselbe Stück stand also 1938 ebenso gut im Raum wie 1948. Für den Modellbauer folgt daraus ein praktischer Schluss: die Zeit bestimmt der Inhalt des Raumes, nicht seine Einrichtung.
Entscheidend ist, was am Haken hängt. Ein Mantel mit hohem Kragen, die Tasche für die Gasmaske, ein Helm oder ein Schiffchen rücken die Szene zuverlässiger zu einer bestimmten Armee und einem bestimmten Jahr als die Form des Stücks selbst. Ebenso spricht der Boden darunter: festgetretener Lehm einer behelfsmäßigen Unterkunft sieht ganz anders aus als geölte Dielen eines Garnisonsgebäudes.
Ausstattung im täglichen Gebrauch altert ungleichmäßig. Kanten hellen sich durch Abrieb auf, um die Haken bleiben dunkle Spuren feuchter Mäntel, die unteren Leisten scheuern Schuhe und Absätze ab. Der Anstrich blättert von den Rändern her ab, in der Flächenmitte hält er am längsten. Es lohnt sich daher, in zwei Schichten zu malen: unter die Farbe einen dunkleren Holzton, der später stellenweise durchgerieben wird.
Die gegossenen Teile erfordern das Abtrennen des Angusses mit der Säge und Entfetten vor dem Lackieren. Die Ätzteile werden an einer scharfen Kante über einem Metalllineal gebogen und mit Sekundenkleber geklebt. Die Baugruppe setzt man besser erst nach dem Bemalen von Wänden und Boden ein, sonst kommt man mit dem Pinsel schlecht dahinter und die Fugen bleiben unfertig.
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