Spezialpinsel sind für Handgriffe gemacht, bei denen ein normaler Rundpinsel nichts ausrichtet: trockenes Überziehen von Kanten und Nieten, Einarbeiten von Pigmenten in Fugen, Tupfen abgeplatzter Farbe, Verteilen einer Strukturpaste oder Abkehren des Staubs von der fertigen Arbeit. Härte, Schnitt und Länge des Haars sind hier einem einzelnen Arbeitsschritt untergeordnet, nicht dem Bemalen von Flächen.
Die Rubrik umfasst Drybrush-Pinsel von S bis XL in Synthetik- und in Naturhaar, flache und runde Weathering-Pinsel, Dolch-, Kamm- und Fächerformen, einen abgeschrägten Pinsel fürs Chipping, Gummipinsel zum Auftragen von Massen, Schwämme und Schwammpinsel, Pastellapplikatoren mit Wechselköpfen sowie antistatische und einziehbare Staubpinsel.
Ein Malpinsel hat langes, federndes Haar, damit er Farbe hält und glatt abgibt. Spezialpinsel gehen den umgekehrten Weg: kurzes, steifes, gerade oder keilförmig geschnittenes Haar, das Farbe eher abnimmt und verteilt als aufträgt. Damit heben Sie eine Niete und eine Blechkante hervor, drücken Pigment in die Ecke eines Fahrwerkschachts, tupfen abgeplatzten Lack an einer Laufkante an oder ziehen Strukturpaste zu einer Schlammspur aus. Zur Rubrik gehören auch Gummipinsel und Schwämme, die mit Farbe im üblichen Sinn überhaupt nicht arbeiten.
Benennen Sie zuerst den Handgriff. Trockenmalen verlangt ein stumpfes, dicht gesetztes Büschel, das Farbe über Kanten verteilt, statt sie in Tropfen stehen zu lassen. Fürs Chipping ist ein schmaler Keil richtig, mit dem sich ein unregelmäßiger Fleck antupfen lässt; Schwämme erzeugen dasselbe Muster gröber und schneller. Pigmente und Strukturpasten verkraften das gröbste Werkzeug, weil sie mit Druck eingearbeitet werden.
Steifes Synthetikhaar behält seine Form über hunderte Striche und nimmt Verdünner nicht übel. Weicheres Naturhaar verteilt Pulver zu feineren Übergängen, spreizt sich dafür schneller auf. Wenn Sie zwischen beiden Wegen schwanken, vergleichen Sie das Angebot unter Synthetikpinsel und Naturhaarpinsel.
Richten Sie die Größe nach der Fläche, nicht nach dem Maßstab des Modells. Über einen Bomberflügel geht ein flacher Pinsel Nummer 8 schnell und schonend, am Instrumentenbrett im kleinen Maßstab brauchen Sie eine Spitze unter einem Millimeter. Zwei Größen auf dem Tisch sind das Minimum, mit dem sich ohne Kompromiss arbeiten lässt.
Ein Weathering-Pinsel nutzt sich schneller ab als ein Malpinsel – behandeln Sie ihn als Verbrauchsmaterial und halten Sie einen zweiten im Becher. Alle übrigen Formen und Größen stehen unter Modellbau-Pinsel.