Licht ist am Modellbautisch die Ausgabe, die am längsten aufgeschoben wird. Unter der Deckenleuchte sehen Sie weder eine Unebenheit in der Spachtelmasse noch einen Farbübergang, und nach zwei Stunden tun die Augen weh. Der Schwerpunkt dieser Kategorie liegt bei Lupenleuchten: LED- oder Leuchtstoffleuchten mit Linse im Kopf, die gleichzeitig ausleuchten und vergrößern – angeboten in etwa 3, 5 und 12 Dioptrien, was rund 1,75-, 2,25- und 4-facher Vergrößerung entspricht, mit Standfuß, Schwanenhals oder Tischklemme.
Dazu kommen eine LED-Leuchteinheit und Halterungszubehör für Bogenleuchten. Unten steht, welches Licht Sie beim Bauen und Lackieren wirklich brauchen.
Licht von oben trifft das Modell senkrecht und unterdrückt die Schatten. Genau in den Schatten sehen Sie aber das Entscheidende: den Kratzer vom Schleifpapier, die Kante einer nicht ganz gefüllten Naht, die Stelle, an der die Farbe anders angenommen hat. Seitenlicht aus einer verstellbaren Leuchte zeigt Ihnen diese Fehler, solange sie noch zu beheben sind – und nicht erst nach dem Lackieren.
Eine Leuchte mit Standfuß ist beweglich und lässt sich auf einen anderen Tisch tragen. Ausführungen mit Klemme an der Platte nehmen keine Fläche weg und lassen sich hoch über das Modell stellen, was bei großen Maßstäben zählt. Entscheidend ist die Steifigkeit des Arms: Ein Schwanenhals, der nachgibt und die Leuchte langsam zum Modell absinken lässt, verdirbt die ganze Arbeit.
Die Angabe in Dioptrien beschreibt die Brechkraft der Linse. Grob gilt: 3 dpt entsprechen etwa 1,75-facher Vergrößerung und geben ein großes Sehfeld, 5 dpt rund 2,25-facher und sind der übliche Kompromiss, 12 dpt etwa 4-facher – damit arbeiten Sie nur noch auf wenige Zentimeter Abstand. Manche Leuchten kombinieren eine große Hauptlinse mit einer kleinen Zusatzlinse, sodass Sie zwischen Überblick und Detail wechseln können.
Der Vorteil der Kombination liegt auf der Hand: Die vergrößerte Stelle ist gleichzeitig ausgeleuchtet, und Sie müssen nicht kontrollieren, wohin das Licht fällt. Brauchen Sie die Vergrößerung nicht dauerhaft, lassen sich eine eigenständige Lupe und eine reine Leuchte freier zueinander einstellen – zwei Geräte haben zwei Gelenke, eines nur eins.
Beim Mischen und Prüfen von Farbtönen zählt die Farbtemperatur. Kaltweißes Licht zeigt Kontrast und Detail, wärmere Töne sind bei langer Arbeit angenehmer, verschieben aber die Farbwahrnehmung. Wenn Sie über einen Tarnton entscheiden, vergleichen Sie die Probe immer bei gleichem Licht und prüfen Sie sie zusätzlich am Fenster. Hilfreich sind dabei Farbkarten, weil Sie gedruckten Ton und Auftrag nebeneinander halten.
Gutes Licht erkennt man daran, dass es nicht auffällt. Sie sehen einfach das Modell und müssen es nicht zum Fenster drehen. Die übrige Ausstattung des Arbeitsplatzes finden Sie unter Modellbautisch.