Ein Filter ist eine sehr stark verdünnte, durchscheinende Farbe, die auf die ganze Fläche kommt und ihren Ton verschiebt, ohne die darunterliegende Zeichnung zu verdecken. Damit löst er das häufigste Problem eines frisch lackierten Modells: Die Farbe ist zu einheitlich und wirkt wie gedruckt. Der Filter bringt Unruhe hinein, bindet die Übergänge zwischen Tarnfeldern zusammen und gibt der Fläche einen Ton von Sonne, Staub oder Öl.
Angeboten werden Filter auf Enamel- und Acrylbasis sowie Interferenz- und Metallfilter für blanke Flächen. Unten lesen Sie, wie sich ein Filter von einem Wash unterscheidet und wie viele Schichten sinnvoll sind.
Ein Wash arbeitet in den Rillen und erzeugt Schatten. Ein Filter arbeitet auf der Fläche und verändert deren Ton. Er ist viel durchscheinender, teils kaum mehr als getönter Verdünner, und seine Wirkung baut sich über Wiederholung auf: Eine Schicht ist fast nicht wahrnehmbar, drei Schichten verschieben die Fläche deutlich.
Deshalb kommt der Filter vor dem Wash. Zuerst binden und beleben Sie die große Fläche, erst danach gehen Sie ins Detail. Die umgekehrte Reihenfolge würde bedeuten, dass Sie die gerade abgedunkelten Linien wieder auswaschen.
Sand- und Erdtöne verwenden Sie dort, wo Technik staubig und von der Sonne ausgetrocknet wirken soll. Grüne und olivfarbene Töne binden Vegetationstarnungen zusammen, graue und bläuliche Filter kühlen die Töne von Schiffen und modernen Flugzeugen ab. Rosttöne sind die Vorbereitung für Korrosion: Sie legen den Grundton darunter, damit späterer Rost nicht aufgeklebt wirkt.
Filter auf Enamel-Basis haben ein langes Arbeitsfenster und lassen sich nachziehen wie abnehmen, sie sind bei flächiger Arbeit die sicherere Wahl. Acrylfilter tragen sich schneller auf und brauchen keinen stark riechenden Verdünner. Interferenz- und Metallfilter sind eine eigene Gruppe für die Tönung blanker Metallflächen: Ihr Ton ändert sich mit dem Einfallswinkel des Lichts.
Der Filter kommt auf versiegelten Lack, mit breitem Pinsel in unregelmäßigen Strichen oder punktuell und dann verzogen. Wichtig ist, nicht gleichmäßig zu arbeiten: Genau die Unregelmäßigkeit zwischen den Feldern erzeugt den Eindruck einer gebrauchten Maschine. Lassen Sie zwischen den Schichten durchtrocknen, sonst lösen Sie die Vorarbeit an.
Der Filter ist eine der Zwischenschichten, an denen man ein gealtertes von einem nur lackierten Modell unterscheidet; den restlichen Ablauf beschreibt Weathering.